11 Steuertipps zum Jahresende

 

 

Tipp 1 - Krankheitskosten steuerlich geltend machen

Sie mussten für Krankheitskosten, z. B. für eine neue Brille, Zahnersatz oder einen Kuraufenthalt, tief in die Tasche greifen oder hatten Aufwendungen für andere außergewöhnliche Belastungen? Dann können Sie diese steuerlich geltend machen, allerdings nur, soweit die vom Gesetzgeber festgelegte sogenannte zumutbare Belastung überschritten wird. Diese wird für jeden individuell ermittelt und hängt vom Familienstand und persönlichen Einkommen ab. Versuchen Sie daher, die Kosten in einem Jahr zu bündeln. Mit Ihren Zahlungen im Dezember können Sie hier noch etwas gestalten, damit Sie entweder 2017 oder 2018 die Belastungsgrenze übersteigen, denn entscheidend ist das Jahr der Zahlung und nicht das Rechnungsdatum.

Tipp 2 - Richtige Steuerklasse wählen

Ihre familiäre Situation hat sich verändert, Sie verdienen mehr oder arbeiten nur noch in Teilzeit? Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, ob Sie für das Jahr 2018 die richtigen Steuerklassen gewählt haben. Verdienen beide Ehe-/Lebenspartner unterschiedlich viel, dann sollten Sie statt der Steuerklassenkombination IV/IV die Steuerklassen III/V beantragen. Mit der richtigen Steuerklassenkombination lassen sich zu hohe monatliche Lohnsteuerabzüge vermeiden und Sie müssen nicht bis zur nächsten Steuererklärung warten, damit Ihnen die zu viel gezahlte Einkommensteuer erstattet wird. Aber auch Familien, die Nachwuchs planen, sollten sich über einen Steuerklassenwechsel Gedanken machen, denn die Steuerklasse spielt eine wichtige Rolle für die Höhe des Elterngeldes.

Tipp 3 - Werbungskosten auf der Lohnsteuerkarte eintragen

Sie haben täglich einen weiten Weg zur Arbeit oder eine doppelte Haushaltsführung? Dann macht es Sinn, wenn Sie sich bei Ihrem Finanzamt einen Werbungskostenfreibetrag auf die elektronische Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Dadurch wird monatlich weniger Lohnsteuer abgezogen und Sie haben mehr netto im Portemonnaie. Anträge auf Lohnsteuerermäßigung gelten zwei Jahre. Wenn Sie also für 2016/2017 einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gestellt haben, müssen Sie jetzt einen neuen Antrag stellen. Haben Sie noch keinen Antrag gestellt, sollten Sie noch im Dezember einen Antrag stellen, denn nur dann wird gleich ab Januar 2018 weniger Lohnsteuer einbehalten.

Tipp 4 - Krankenversicherungsbeiträge vorauszahlen

Sie sind privat krankenversichert? Dann prüfen Sie, ob Sie Ihre Krankenversicherungsbeiträge für 2018 und 2019 noch in 2017 vorauszahlen können. Die Beiträge zur Basiskrankenversicherung sind in diesem Jahr komplett abziehbar – neben den Beiträgen für 2017 auch die für 2018, 2019 und das halbe Jahr 2020. Durch die vorgezogene Beitragszahlung können Sie dann in den nächsten Jahren andere Vorsorgeaufwendungen, wie Beiträge zu privaten Haftpflicht- und Unfallversicherungen, zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungen, zur Arbeitslosenversicherung oder zu vor 2005 abgeschlossenen Kapitallebens- und Rentenversicherungen, steuerlich geltend machen.

Tipp 5 - Verlustbescheinigung beantragen

Sie haben an der Börse gezockt und Gewinne erzielt, mussten aber auch Verluste verkraften? Dann können Sie die Verluste mit den Gewinnen verrechnen und müssen auf die Aktiengewinne keine Abgeltungsteuer zahlen. Automatisch funktioniert das aber nur, wenn Sie alle Aktienkäufe und

-verkäufe über dasselbe Kreditinstitut abwickeln. Wurden die Verluste bei einem anderen Kreditinstitut erzielt als die Gewinne, benötigen Sie eine Verlustbescheinigung, um Ihre Aktienverluste mit Ihren Aktiengewinnen in der Steuererklärung für 2017 zu verrechnen. Achtung Antragsfrist: Sie müssen die Verlustbescheinigung bis spätesten 15. Dezember 2017 bei Ihrem Kreditinstitut beantragen. 

Tipp 6 - Haushaltnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen

Sie haben Handwerkerleistungen beauftragt oder haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen? Lassen Sie sich den Steuerbonus hierfür nicht entgehen! Sie können 20 % der Aufwendungen direkt von der Steuer abziehen. So lässt sich die Einkommensteuer um bis zu 1.200 Euro für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt (z. B. Malerarbeiten, Reparaturen im Haushalt), um bis zu 4.000 Euro für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis bzw. haushaltsnahe Dienst-, Betreuungs- und Pflegleistungen sowie um 720 Euro für einen im Haushalt tätigen Mini-Jobber mindern. Auch in der Betriebskostenabrechnung für Ihre Wohnung finden Sie Aufwendungen für haushaltsnahe Handwerker- und Dienstleistungen – Lassen Sie sich diese bescheinigen und schöpfen Sie so die Boni optimal aus! Sie benötigen  lediglich eine Rechnung und eine unbare Zahlung in diesem Jahr. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll, Zahlungen in das nächste Jahr zu verschieben. Prüfen Sie, was für Sie die größte Steuerersparnis bringt!

Tipp 7 - GwG-Abschreibung wird erhöht

Sie benötigen für Ihre Arbeit ein neues Tablet oder Laptop und wollen die Aufwendungen noch in diesem Jahr als Werbungskosten abziehen? Das funktioniert nur, wenn Tablet oder Laptop nicht mehr als 410 Euro kosten. Wird die Grenze für die sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgüter von 410 Euro überschritten, müssen die Aufwendungen über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden – hier über drei Jahre, wobei Sie für 2017 nur noch die Kosten für einen bzw. zwei Monate anteilig abziehen dürfen. Daher sollten Sie mit dem Kauf ggf. bis Januar warten. Ab Januar steigt der Grenzwert für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 800 Euro, d. h. bis zu Anschaffungskosten von 800 Euro können Sie dann ihr Tablet oder Laptop in 2018 als Werbungskosten abziehen.

Tipp 8 - Mit Rürup-Rente Steuern sparen

Sie haben schon einen Rürup-Rentenvertrag abgeschlossen oder beabsichtigen dies? Dann können Sie noch in diesem Jahr die volle steuerliche Förderung nutzen. Beiträge zu einem Rürup-Vertrag, zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu berufsständischen Versorgungswerken sind in diesem Jahr zu 84 % steuerlich abziehbar, insgesamt können damit Beiträge bis zu 23.362 Euro (Ehegatten/eingetragene Lebenspartner: 46.724 Euro) steuerlich geltend gemacht werden. Wenn Sie beispielsweise in diesem Jahr noch 1.000 Euro einzahlen, können Sie bei einem Steuersatz von 40 Prozent fast 400 Euro Steuern sparen.

Tipp 9 - Riesterförderung optimal nutzen

Sie möchten sich die optimale Riesterförderung sichern? Mit einem privaten Riester- Vertrag können Sie von der Altersvorsorgezulage profitieren bzw. die Beiträge als Sonderausgaben abziehen. Jeder Riester-Sparer kann für seinen Vertrag maximal eine Zulage in Höhe von 154 Euro erhalten (2018 wird die Grundzulage auf 175 Euro erhöht). Für jedes Kind gibt es zusätzlich 300 Euro (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder). Als Eigenanteil müssen Sie 4 % ihres Vorjahresbruttoarbeitsentgelts zahlen, maximal 2.100 Euro abzüglich der Zulagen. Prüfen Sie die Höhe Ihres Eigenanteils, damit Sie die ungekürzte(n) Zulage(n) für 2017 erhalten.

Tipp 10 - Mit Spenden helfen und sparen

Sie möchten in diesem Jahr noch etwas für wohltätige und gemeinnützige Zwecke spenden? Damit helfen Sie nicht nur, sondern können auch noch Steuern sparen. Ihre Spenden können Sie steuerlich als Sonderausgaben abziehen. Abziehbar sind Spenden bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Einkünfte.

Tipp 11 - Einkommensteuererklärung noch bis 31.12. abgeben

Sie sind Arbeitnehmer und nicht verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben? In vielen Fällen macht die Einkommensteuerveranlagung dennoch Sinn und nicht selten kommt es zu größeren Steuererstattungen. Wer keine Steuererklärung abgeben muss, hat auch nicht die Abgabefrist 31. Mai des Folgejahres zu beachten. Doch irgendwann ist auch für die Antragsveranlagung Schluss. Daher Achtung: Steuererklärungen für 2013 können nur noch bis zum 31. Dezember 2017 eingereicht werden.

(Stand: 29.11.2017)

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