Richtig schenken will gelernt sein

Auch der Fiskus will beschenkt werden

 

In diesem Jahr ist die Adventszeit besonders kurz. Heiligabend fällt auf einen Sonntag und das allein schon wirft viele last minute-Käufer aus der Spur. Besser also, sich frühzeitig Gedanken über das passende Geschenk zu machen. Da sind zum einen die Lieben in der Familie und Freunde, die mit einem kleinen oder auch größerem Geschenk bedacht werden sollen. Aber auch für Unternehmer ist die Zeit um das Weihnachtsfest ein beliebter Anlass, sich bei Mitarbeitern, Geschäftsfreunden und Kooperationspartnern mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu bedanken. An das Finanzamt denkt dabei zunächst keiner. Doch das kann in so manchem Fall ein großer Fehler sein, denn auch der Fiskus will beschenkt werden – genauer gesagt, die Geschenke besteuern. Wer die gesetzlichen Regelungen kennt, kann dies vermeiden oder muss zumindest keine bösen Überraschungen befürchten, wenn die Finanzbeamten oder Betriebsprüfer mal etwas genauer hinschauen.

Geschenke an Familienangehörige und Freunde

Bei einem Weihnachtsgeschenk im üblichen Rahmen braucht sich hier niemand Sorgen machen. Zwar unterliegt grundsätzlich jede freigebige Zuwendung der Schenkungsteuer. Doch es gibt diverse sachliche und persönliche Steuerbefreiungen. Damit kann sich jeder Beschenkte über das Geschenk seiner Lieben ungetrübt freuen. Der Schenkende muss allerdings in seine eigene Tasche greifen und kann das Finanzamt nicht an den Kosten für das Geschenk beteiligen. Anders sieht es aus, wenn ein Unternehmer seine Arbeitnehmer oder Geschäftsfreunde beschenkt.

Geschenke an Geschäftsfreunde

Viele Unternehmer möchten sich bei ihren Geschäfts- und Kooperationspartnern am Jahresende noch einmal in Erinnerung bringen, sich für die Zusammenarbeit bedanken und ihrer Hoffnung auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit Ausdruck verleihen. Auch wenn gerade in kleineren Unternehmen oftmals auch persönliche Freundschaften zu Geschäftspartnern aufgebaut wurden, so sind diese Geschenke doch in erster Linie betrieblich bedingt. Und eigentlich kann alles, was durch den Betrieb veranlasst wird auch als Betriebsausgabe gewinnmindernd berücksichtigt werden. Doch bei Geschenken an Geschäftsfreunde ist das nur in sehr begrenztem Maße zulässig. Geschenke an Geschäftspartner sind nur bis zu einem Nettowert von 35 Euro pro Jahr und Empfänger als Betriebsausgabe abzugsfähig. Noch mehr trifft es Unternehmer, wie beispielsweise Ärzte, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind. Diese können die auf das Geschenk entfallende Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer abziehen, so dass für sie die 35 Euro ein Bruttowert sind. Da schnappt die Steuerfalle schnell zu. Denn bekommt ein Geschäftspartner in einem Jahr Geschenke für mehr als 35 Euro, sind diese Geschenke insgesamt nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig. Um auch immer genau prüfen zu können, ob der Grenzbetrag von 35 Euro eingehalten wurde, verlangt der Gesetzgeber, dass die Aufwendungen für Geschenke einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufgezeichnet und die Empfänger der Geschenke benannt werden. Fehlen diese Aufzeichnungen, kann das Finanzamt den kompletten Betriebsausgabenabzug verwehren – selbst wenn das Geschenk weniger als 35 Euro gekostet hat.

Geschenke von Geschäftsfreunden

Im ersten Moment überwiegt meist die Freude. Doch wer als Unternehmer von seinen Kooperationspartnern Geschenke erhält, muss diese grundsätzlich als Betriebseinnahme mit dem ortsüblichen Preis versteuern. Das gilt selbst dann, wenn der Schenkende die Kosten für das Geschenk steuerlich nicht absetzen durfte, weil es mehr als 35 Euro gekostet hat. Wird das Geschenk allerdings nicht privat, sondern im Unternehmen verwendet, kann es gleichzeitig als Betriebsausgabe angesetzt werden, so dass sich im Saldo keine steuerlichen Auswirkungen ergeben. Und auch Geschäftspartner, die in Deutschland gar nicht steuerpflichtig sind, können sich ungetrübt freuen. Sie müssen ihre Geschenke in Deutschland nicht versteuern. Doch der Schenkende hat es in der Hand, dem Beschenkten all die Sorgen um die Besteuerung der Geschenke zu nehmen. Er kann eine pauschale Steuer von 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag auf das Geschenk zahlen und den Beschenkten mit einer Zuwendungsbestätigung schriftlich darüber informieren, dass er die Steuer übernimmt.

Geschenke an Arbeitnehmer

Unternehmer wollen auch ihren Arbeitnehmern zu Weihnachten oder zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zur Geburt eines Kindes eine Freude machen. Auch hier stellt sich die Frage, wie die Geschenke beim Arbeitgeber zu behandeln sind. Grundsätzlich kann der Arbeitgeber die Aufwendungen für ein Geschenk an seinen Arbeitnehmer als Betriebsausgabe, d. h. als Personalaufwand, abziehen, selbst dann wenn ein Geschenk mehr als 35 Euro kostet. Im Unterschied zu den Geschenken an Geschäftsfreunde gibt es für Geschenke an Arbeitnehmer keine Obergrenze für den Betriebsausgabenabzug.

Per se wird zunächst unterstellt, dass alles, was ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zuwendet, für die geleistete Arbeit gezahlt wird. Damit wären alle Geschenke steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Soweit es sich bei den Geschenken um kleine Aufmerksamkeiten anlässlich eines persönlichen Ereignisses des Arbeitnehmers handelt, z. B. Blumen, Konfekt, Bücher, CD‘s oder auch Eintrittskarten fürs Theater oder ein Konzert, sind sie steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie 60 Euro nicht übersteigen. Weihnachten ist aber kein persönliches Ereignis wie ein Geburtstag oder die Hochzeit. Geldzuwendungen sind in jedem Fall, unabhängig von ihrer Höhe, steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn.

Auch bei einer Weihnachtsfeier ist es durchaus üblich, die Mitarbeiter noch mit einem kleinen Geschenk zu beglücken. Soweit es sich nicht um Barzuwendungen handelt, können diese Geschenke steuer- und sozialversicherungsfrei sein, allerdings nur, soweit die steuerlichen Grenzwerte für Betriebsveranstaltungen eingehalten werden. Pro Mitarbeiter dürfen nicht mehr als 110 Euro brutto je Betriebsveranstaltung ausgegeben werden, maximal für zwei Veranstaltungen pro Jahr. Wird der Mitarbeiter mit seinem Partner eingeladen, dürfen für beide insgesamt nicht mehr als 110 Euro ausgegeben werden. Wird mehr ausgegeben oder nimmt der Arbeitnehmer an mehr als zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr teil, sind die zusätzlichen Aufwendungen Arbeitslohn, d. h.  Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fallen an.

Doch auch hier hat der Arbeitgeber eine Möglichkeit, dem Arbeitnehmer die Freude nicht zu verderben. Bei Geschenken, die mehr kosten als eine Aufmerksamkeit bis zu 60 Euro anlässlich eines persönlichen Ereignisses, können pauschal mit 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag versteuert werden. Sozialversicherungsbeiträge fallen allerdings noch an. Wird bei einer Betriebsveranstaltung mehr als 110 Euro ausgegeben oder finden in einem Jahr mehr als zwei Veranstaltungen statt, kann der Arbeitgeber die übersteigenden Kosten pauschal mit 25 % lohnversteuern. Er trägt dann die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchenlohnsteuer. Hierbei fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Doch auch hier gilt: Bargeld ist stets als Arbeitslohn zu versteuern. Eine pauschale Steuer, die sogar der Arbeitgeber übernehmen darf, gibt es hier nicht.

Fazit: Auch Schenken will gelernt sein. Lassen Sie sich steuerlich beraten, damit Ihre Mitarbeiter und Kooperationspartner in den Genuss Ihrer Aufmerksamkeiten kommen und Sie keine bösen Überraschungen durch zusätzliche steuerliche Belastungen erleben.

(Stand: 24.11.2017)

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